Ich glaube, dass die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht in erster Linie technische oder wirtschaftliche Probleme sind. Sie entstehen aus der Art und Weise, wie wir die Welt betrachten.
Jede Gesellschaft erschafft die Systeme, die ihren inneren Überzeugungen entsprechen. Wirtschaft, Politik, Städte, Mobilität und Konsum sind keine voneinander getrennten Bereiche. Sie sind Ausdruck unserer Haltung. Wenn Besitz, Wachstum, Status und Konkurrenz zu den höchsten Zielen werden, entstehen zwangsläufig Systeme, die genau diese Werte verstärken.
Deshalb beginne ich nicht bei politischen Forderungen oder neuen Regeln. Ich beginne bei einer einfacheren Frage:
Wie möchte ich mit einer Welt umgehen, die mir nicht gehört?
Ich sehe den Menschen nicht als Eigentümer der Erde, sondern als Teil eines größeren Ganzen. Wir stehen nicht außerhalb der Welt, in der wir handeln. Daraus entsteht für mich eine Verantwortung, aber auch eine gewisse Demut.
Der Begriff des Eigentums erscheint mir dabei weniger als absolute Wahrheit denn als gesellschaftliche Vereinbarung. Natürlich brauchen wir Orte zum Leben, Werkzeuge, Kleidung und Dinge, die unseren Alltag ermöglichen. Doch ich verstehe sie nicht als Erweiterung meiner Identität, sondern als Gegenstände, die mir für eine bestimmte Zeit dienen. Ich nutze sie achtsam, pflege sie und gebe sie weiter, wenn ich sie nicht mehr benötige. In diesem Verständnis werden aus Besitztümern zeitweise anvertraute Ressourcen.
Diese Sicht verändert den Blick auf viele Fragen. Nicht Verzicht wird zum Ziel, sondern Sinnhaftigkeit. Nicht die Frage „Kann ich es besitzen?“ steht im Vordergrund, sondern „Erfüllt es einen sinnvollen Zweck?“.
Ich glaube, dass viele ökologische und gesellschaftliche Probleme nicht aus Bosheit entstehen, sondern aus menschlichen Bedürfnissen. Der Wunsch nach Sicherheit, Anerkennung, Kontrolle oder Status begleitet uns seit unserer evolutionären Entwicklung. In einer hochkomplexen Welt werden diese Bedürfnisse jedoch häufig über Besitz, Macht, Konsum oder Wachstum ausgelebt. Das eigentliche Bedürfnis bleibt bestehen – nur seine Ausdrucksform verändert sich.
Deshalb glaube ich nicht, dass wir die Welt allein durch Verbote oder Optimierungen verändern. Nachhaltige Veränderungen entstehen dort, wo Menschen ihre eigenen Motive verstehen und bewusst entscheiden, welchen Werten sie folgen möchten. Eine gesunde Haltung führt zu gesunden Entscheidungen – im Kleinen wie im Großen.
Die Erde besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Regeneration, wenn wir aufhören, ihre natürlichen Kreisläufe dauerhaft zu überlasten. Unsere Aufgabe ist deshalb nicht, die Erde zu retten. Sie existierte lange vor uns und wird auch nach uns bestehen. Unsere Aufgabe besteht vielmehr darin, unser Handeln so auszurichten, dass wir Teil dieser Regeneration werden, anstatt sie zu verhindern.
Ich glaube an eine Kultur der Verantwortung statt der Anhäufung. An Zusammenarbeit statt Konkurrenz, wo Zusammenarbeit die bessere Lösung ist. An Nutzung statt Besitz, an Langlebigkeit statt Austausch, an Qualität statt Quantität und an Entscheidungen, die den gesamten Zusammenhang berücksichtigen und nicht nur den kurzfristigen Nutzen.
Für mich beginnt Veränderung nicht im Außen. Sie beginnt in der Haltung, mit der wir auf die Welt blicken. Denn aus unserer Haltung entstehen unsere Entscheidungen, aus unseren Entscheidungen entstehen unsere Systeme und aus unseren Systemen entsteht die Welt, in der wir leben.
Über mich
Ich glaube, dass Entwicklung selten durch Lautstärke, Geschwindigkeit oder den nächsten großen Erfolg entsteht. Oft liegt sie in den leisen Bewegungen, die wir im Alltag leicht übersehen. Mich interessiert nicht die perfekte Lösung, sondern die stimmige. Nicht das, was von außen beeindruckt, sondern das, was von innen trägt. Aus dieser Haltung heraus begleite ich Menschen und Organisationen dabei, ihren eigenen Weg klarer zu sehen und den nächsten Schritt zu gehen, der wirklich zu ihnen passt.

Seit über einem Jahrzehnt beschäftige ich mich mit der Frage, wie nachhaltige Entwicklung nicht nur in Strukturen, sondern auch im Menschen selbst entsteht. Ausgehend von meiner Promotion im Nachhaltigen Management (Universität Bremen, Prof. Dr. Georg Müller-Christ) habe ich begonnen, Nachhaltigkeit als inneren Prozess zu verstehen – als Zusammenspiel von Wahrnehmung, Haltung und Entscheidungsfähigkeit in komplexen Systemen.
Diese Perspektive verbinde ich mit unterschiedlichen beruflichen und kreativen Erfahrungsräumen: BWL-Studium (Bachelor und Master), Tätigkeit als Vertriebsleiter, fast zehn Jahre als Fitness- und Kursleiter, Schauspielausbildung, Arbeit im Film- und Kulturbereich sowie Erfahrung im Einzelhandel und in betrieblichen Mitbestimmungsprozessen. Diese Vielfalt hat meinen Blick für Systeme geschärft – und für die Dynamiken, die unter der Oberfläche von Organisationen und Biografien wirken.
Qualifikationen
2021–2025
Ausbildung zum Leiter von Systemaufstellungen in Führungs-, Wissenschafts-, und Weiterbildungskontexten bei Prof. Dr. Georg Müller-Christ, Universität Bremen, infosyon
2021–2024
Staatlich anerkanntes Schauspieldiplom an der TRANSform Schauspielschule Berlin – dabei intensive szenische Regiearbeit mit Schauspielstudierenden zu Ausdruck, Präsenz und Zusammenspiel
2021
Story-Masterclass (früher Treatment in 5 Tagen) – Story & Dramaturgie, Club23 / Deutsche Drama GmbH: Konzeptionelle Arbeit an narrativen Strukturen, emotionalen Dynamiken und Entwicklungsprozessen
2015–2019
Promotion zum Dr. rer. pol. an der Universität Bremen mit dem Thema: Intrinsische Nachhaltigkeit – Persönlichkeitsentwicklung als Kernprozess für die Herausbildung eines nachhaltigen Bewusstseinsschwerpunktes
2016
Yoga-Lehrer-Ausbildung (200 Stunden) bei Dr. Rajesh Mishra
2012
Ausbildereignung nach AEVO (AdA-Schein), IHK Gera
Trainer für gesundheitsorientiertes Fitnesstraining (B-Lizenz) bei Dr. Dr. Wolfgang Buskies
2011–2013
Masterstudium General Management an der Fachhochschule Jena – ausgewählte Studieninhalte: Verhalten in Organisationen und Führung; Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen
2006–2011
Bachelorstudium Business Administration an der Fachhochschule Jena – ausgewählte Studieninhalte: Projektmanagement und Führungskompetenz. Einjähriger Auslandsaufenthalt an der Wright State University, Dayton, Ohio, USA
Tätigkeiten
2020–heute
Autor, Regie – eigene Projekte: Entwicklung eigener Film- und Literaturprojekte mit Fokus auf menschliche Entwicklung, innere Prozesse und Veränderung. Konzeption und Umsetzung eigenständiger Projekte von der Stoffentwicklung bis zur Realisierung.
2018–2021
Betriebsrat und Wirtschaftsausschuss bei H&M (Einzelhandel): Mitgestaltung des „Store der Zukunft“ und Entwicklung einer menschenzentrierten Perspektive auf Digitalisierung und Automatisierung
2016–2018
Vorstandsmitglied, Shaktya e.V. (gemeinnütziger Verein für interkulturellen Austausch): Konzeption und Gesamtkoordination von „Painting for Peace“, einem internationalen partizipativen Kunstprojekt
2013–2015
Vertriebsleiter, Matesy GmbH: Aufbau strategischer Key Accounts und internationaler Vertriebsstrukturen in einem technologieorientierten B2B-Umfeld
2011–2019
Trainer für Gesundheits- und Fitnesstraining
2009–2012
Dozent & Lehrbeauftragter für Finanzwirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnik und Volkswirtschaftslehre am Fachbereich Betriebswirtschaft der Fachhochschule Jena
2005–2006
Freiwilligendienst – interkulturelle Jugend- und Bildungsarbeit in Stockholm, Schweden